Piotr Pławner

Piotr Pławner gehört zu den kreativsten und begabtesten Geigern seiner Generation. Sein außergewöhnliches  Talent  und seine  atemberaubende  Virtuosität  finden internationale Anerkennung. Er tritt solistisch in ganz Europa, in verschiedenen arabischen Ländern, in Asien und  in  den  Vereinigten  Staaten  auf.  Piotr  Pławner  hat  in  vielen  wichtigen Musikzentren  wie  beispielsweise  in  Kopenhagen  (Tivoli),  Paris  (Châtelet),  Berlin (Konzerthaus), Hamburg (Elbphilharmonie), München (Herkules Saal), Stuttgart (Liederhalle), Barcelona (Palau de la Música  Catalona),  Madrid  (Teatro  Monumental)  und  Amsterdam  (Concertgebouw) gespielt. Er war u. a. Solist der Orchester in Amsterdam, München, Berlin, Stuttgart, Kopenhagen, Bern, Hilversum und Monte Carlo,  des  Deutschen Kammerorchesters,  der Sinfonia Varsovia, sowie der Orchester des Süddeutschen und Bayerischen Rundfunks. Seine  Auftritte  standen  unter  der  Leitung  von  bedeutenden  Dirigenten.

Piotr Pławners breites Repertoire umfasst Werke aller Epochen, vom Barock bis zu zeitgenössischer Musik. Besonderen Wert legt er auf weniger bekannte, selten gespielte Musik sowie auf Werke polnischer Komponisten. In mehreren Aufnahmen hat er z. B. alle Werke für Violine und Klavier der polnischen Komponistin Grażyna Bacewicz eingespielt. In seinen Konzertprogrammen präsentiert er neben bekannten Werken immer wieder selten gespielte Kostbarkeiten von Komponisten wie Lutosławski, Zarzycki oder Paderewski. Eine wichtige Rolle spielen ferner Werke zeitgenössischer Komponisten wie Sofia Gubaidulina, Philipp Glass oder Romuald Twardowski.

Zunehmend tritt Piotr Pławner auch in doppelter Funktion als Dirigent und Solist auf, z.B. mit dem Preußischen Kammerorchester, der Capella Bydgostiensis oder dem Schlesischen Kammerorchester in Katowice, das ihn mit Beginn der Spielzeit 2020/2021 zu seinem künstlerischen Leiter ernannte.

Neben seiner solistischen Tätigkeit gibt Piotr Pławner regelmäßig Duo-Abende mit den Pianisten Bruno Canino und Piotr Sałaczyk und spielt in verschiedenen Kammermusik-Formationen, z.B. zusammen mit seiner Frau, der Cellistin Isabella Klim. Seit 2006 ist er Primarius des Streichquintetts „I Salonisti“, deren stilistische Bandbreite von dem Film Titanic (in dem das Quintett die Bordkapelle spielte) bis zu dem Projekt „Musik aus Theresienstadt” reicht. Eine rege Konzert- und Aufnahmetätigkeit hat er darüberhinaus in den letzten Jahren mit seinem Pławner Streichquartett entwickelt.

Piotr Pławners umfassende Diskographie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So erhielt er für  die  Aufnahme  des  Konzerts  für Violine, Klavier und Streichquartett von Ernest Chausson den „Frédéric-Preis 2005“ für die beste Kammermusik-CD und  2007  „The Strad Award“ für die Einspielung der Konzerte von Karłowicz und Szymanowski. Für seine Aufnahmen mit Kammermusikwerken Szymanowskis wurde er 1999 mit der „CD des Jahres 1998” ausgezeichnet und 2009 mit der höchsten Bewertung bei„ClassicsToday”. Neben den 2018 erschienenen „polnischen Miniaturen” (hänssler classic) sind 2019 gleich drei neue Einspielungen erschienen: eine CD mit Kammermusik von Moniuszko und Zarebski (cpo), das 2. Violinkonzert „The Four American Seasons” von Philipp Glass mit dem Berner Kammerorchester unter Philippe Bach (Naxos) und die Violinkonzerte von Emil Młynarski mit der Philharmonie Łódź (Dux), die im Frühjahr 2019 den Fryderyk Award, den höchsten polnischen Musikpreis, erhielt.

Piotr Pławner hat diverse Aufnahmen für Radio und Fernsehen eingespielt, unter anderem für den Bayerischen Rundfunk, WDR, SDR, SWR, ORF, DRS, TVE und das holländische Fernsehen. Deutschlandfunk Kultur sendete im Mai 2019 ein Porträt anlässlich seiner Moniuszko-Aufnahme.

Piotr Pławner, 1974 in Łódż (Polen) geboren, erhielt seinen ersten Geigenunterricht im Alter von sechs Jahren. Bereits drei Jahre später gab er sein Solistendebüt mit Orchester. Erste Preise bei mehreren Wettbewerben, u.a. 1991 beim Wieniawski-Wettbewerb und 1995 beim ARD-Wettbewerb in München, zeigten früh sein Ausnahmetalent.

2015 wurde er vom polnischen Kulturminister für die Verdienste für polnische Kultur mit der Medaille „Gloria Artis“ ausgezeichnet.

Piotr Pławner spielt eine Geige von Tomasso Balestrieri.

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